Sechs Monate nach dem Kauf der Herrnmühle in Gerstungen 1701 stellte der Amtmann Daniel Götzel fest, dass ihm Weideland und Obst als Teil seiner Besoldung verloren gingen. Auf seine Beschwerde hin erhielt er einen Ausgleich.
Müller Stephan Stein hatte 1701 die Herrnmühle gekauft und geriet bald in Streit mit dem früheren Pächter Johann Cramer. Cramer zahlte die vereinbarte Miete nicht und nahm Bauholz sowie Steine mit.
Johannes Stein übernahm 1708 die Herrnmühle in Gerstungen von seinem Vater Stephan. Er heiratete 1702 Katharina Busch und hatte sechs Kinder. Die Mühle blieb fast 180 Jahre im Familienbesitz, wie Dokumente aus dem Hauptstaatsarchiv Weimar belegen.
Im 18. Jahrhundert spielte Catharina Stein eine bemerkenswerte Rolle als Müllerin in Gerstungen, nachdem ihr Ehemann verstorben war. Sie übernahm erfolgreich die Mühle und war als Geschäftsfrau anerkannt. Als sie 1758 starb, hinterließ sie vier Kinder, 27 Enkel und neun Urenkel.
Die Obermühle in Oberellen ist eng verbunden mit den ältesten bekannten Personen der Müller-Dynastie Stein: sowohl Curt Stein senior (~1572-1637) als auch sein Sohn Curt Stein junior (1609-1682) hatten die Mühle Anfang des 17. Jahrhunderts gepachtet. Ein Dokument von 1732 liefert eine kurze historische Beschreibung.
Der Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach verlangte 1741, dass die Steins ihre Mühle in Gerstungen räumen sollten – über 40 Jahre, nachdem die Familie sie gekauft hatte. Müller Johann Nicolaus Stein wehrte sich.
Als der Müller Stein 1741 enteignet und aus seiner Mühle geworfen werden sollte, entspann sich ein dreiwöchiges Wettbieten, wer den Betrieb als Pächter übernehmen dürfte.
In Gerstungen findet sich in der Kirche ein buntes Fenster, das dem Herrenmüller Samuel Stein und seiner Frau gewidmet ist. Ihre Spende für eine Armenkasse wird damit bis heute in der Kirche gewürdigt.
1886 ermordete der Müller Eduard Stein in Gerstungen aus Eifersucht seine Frau, verletzte den Pächter seiner Mühle schwer und schoss sich selbst in den Kopf. Zahlreiche Zeitungen berichteten über die Tat.
Ein Tagebuch der Urgroßmutter dokumentiert die Luftangriffe auf Kassel von 1939 bis 1943. Aus nüchternen Alarmnotizen wird eine erschütternde Chronik, die im Feuersturm vom 22. Oktober 1943 gipfelt