Hans Stein kaufte 1605 die neue Mühle bei Fernbreitenbach

Die Herkunft von Curdt Stein (~ 1572-1637), meinem Spitzenahn, ist bislang ungeklärt. Doch bevor Curdt im Jahr 1608 erstmals schriftlich in Oberellen erwähnt wird, gibt es gleich mehrere Zeugnisse über Steins in der unmittelbaren Umgebung. Und darunter ist sogar ein Müller. Kann das Zufall sein?

Der Name Stein ist um die Wende zum 17. Jahrhundert in der Region nicht weit verbreitet. In den Orten der Ämter Gerstungen und Hausbreitenbach taucht er im fraglichen Zeitraum nur zweimal auf: beide Male in Fernbreitenbach. Zunächst ist es Peter Stein, auf den mehrfach als ehemaliger Hausbesitzer in den Zinsbüchern verwiesen wird. Mehr zu den Entdeckungen über Peter Stein findet sich hier.

Fast noch spannender ist jedoch Hans Stein, der erstmals 1602 in einem Rechnungsbuch der Ämter Gerstungen und Hausbreitenbach erwähnt wird. Er hat zweimal Land erworben und muss dafür Lehngeld bezahlen.1Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haußbreitenbach von Walpurgis Anno 1601 biß wieder auff Walpurgis 1602. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5820. S.78v. u. 74r. Drei Jahre später kauft Hans Stein dann die sogenannte neue Mühle, die zwischen Fernbreitenbach und Herda am Mühlgraben liegt.2Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haussbreitenbach vonn Walpurgis Anno 1604 biss wieder auff Walpurgis 1605. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5823. S.78v. Darüber hinaus bekommt Hans Stein noch im gleichen Jahr eine Strafe aufgebrummt, weil er die Bäume seiner Nachbarn beschnitten hat.3Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haussbreitenbach vonn Walpurgis Anno 1604 biss wieder auff Walpurgis 1605. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5823. S.81r.

Und auch einige Jahre später finden sich Hinweise auf Hans Stein. In einem Erbzinsregister von 16174Erb- und Zins Register des Ambts Gerstungen. 1617. Werratalmuseum Gerstungen. S.402., das im Werratalmuseum in Gerstungen aufbewahrt wird, findet sich Hans Stein auf Seite 402. Dort heißt es über seine Abgabenpflicht:

Dorffbreitenbach
Hans Stein
ist von der Newen Mühlenn
1 Faßnachtshuhn
1 Michalshahn

Hans Stein ist abgabenpflichtig „von der Newen Mühlenn“5Erb- und Zins Register des Ambts Gerstungen. 1617. S.402

Halten wir fest: Es gab einen Müller Hans Stein, nur wenige Jahre bevor Curdt Stein in der Obermühle von Oberellen in Erscheinung trat. Und Hans agierte nur etwa fünf Kilometer entfernt von ihm nahe Fernbreitenbach. Kann das Zufall sein?

Eine naheliegende Erklärung: Vielleicht waren die beiden Müller Curdt und Hans Stein Brüder und Peter Stein ihr Vater. Leider liegen aus jener Zeit keine Kirchenbücher des Ortes vor, die das belegen könnten.

So könnte die Verbindung von Peter und Hans Stein zu meinem Vorfahren Curdt Stein aussehen

Klar ist aber, dass Fernbreitenbach noch einmal die Heimat eines Stein war: 1674 ließ sich hier mein achtfacher Urgroßvater Stephan Stein (1642-1709) nieder, wie eine Liste der zugezogenen Einwohner6Acten betr. den Bevölkerungszuwachs in den Aemtern bez. des Fürstentums Eisenach von 1671-1675. LATh – HStA Weimar, Eisenacher Archiv, Ämter & Städte, Nr. 32 belegt. Auch er war Müller, kaufte später die Herrnmühle in Gerstungen.

Immer wieder Stein-Müller und immer wieder Fernbreitenbach. Vielleicht findet sich ja irgendwann ein Beweis, dass Curdt, Hans und Peter miteinander verwandt waren.

Bis dahin verbietet es sich, solche ungesicherten Informationen in der eigenen genealogischen Datenbank zu verknüpfen. Dahin gehören nur durch Quellen belegte Verbindungen. Daher finden sich nur die einzelnen Personen mit allen Fakten in meinem Stammbaum.





Zuletzt geändert am

  • 1
    Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haußbreitenbach von Walpurgis Anno 1601 biß wieder auff Walpurgis 1602. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5820. S.78v. u. 74r. ↩︎
  • 2
    Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haussbreitenbach vonn Walpurgis Anno 1604 biss wieder auff Walpurgis 1605. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5823. S.78v. ↩︎
  • 3
    Jahr Rechnung des Ampts Gerstungen und Haussbreitenbach vonn Walpurgis Anno 1604 biss wieder auff Walpurgis 1605. Hauptstaatsarchiv Weimar. Eisenacher Archiv, Rechnungen Nr. 5823. S.81r. ↩︎
  • 4
    Erb- und Zins Register des Ambts Gerstungen. 1617. Werratalmuseum Gerstungen. S.402. ↩︎
  • 5
    Erb- und Zins Register des Ambts Gerstungen. 1617. S.402 ↩︎
  • 6
    Acten betr. den Bevölkerungszuwachs in den Aemtern bez. des Fürstentums Eisenach von 1671-1675. LATh – HStA Weimar, Eisenacher Archiv, Ämter & Städte, Nr. 32 ↩︎

Ein Kommentar

  1. Die Neumühle stand in Herda, am östlichen Dorfrand. Sie wurde auch von Fernbreitenbacher Einwohner gepachtet, so 1584 von Andres Hotzel und 1619 von Hans Stein. Hier kommt Stein deutlich in Schreibschrift, den Namen Stem, den ich auch als Stein interpretiert habe, gibt es in Fernbreitenbach schon Mitte des 16.Jhds. (Hans Stem). Die Abgabenlast (übrigens in „Silbern Schock“)
    wurde unter dem Wohnort eingetragen. Für Oberellen finde ich den Namen Stein im Jahr 1591, als Jochim Stein (bin mir aber nicht ganz sicher, da ein Unglück). Ansonsten ist Curtt Stein Senior in der Tat der erste Stein in Oberellen. Die postulierte Verwandtschaft der drei Stein ist sehr fragwürdig.
    Beste Grüße Rolf Braun

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